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Zu wem gehört das?


Zu wem gehört das?

Diese Frage ist eines meiner Lieblingswerkzeuge, das nicht nur mir selbst ein riesiger Beitrag in meinem Alltag ist, sondern auch für meine Patienten, Klienten und Kursteilnehmer eine bahnbrechende Erkenntnis in unser aller Leben bedeutet.

Und am Schluss dieses Blogs verrate ich dir einen Geheimtipp, den mir Gary und Dain vor fast einem Jahrzehnt mal in Rom gegeben haben.


Möglicherweise hast du in einem Foundationkurs schon die Frage vernommen „Zu wem gehört das?“ oder „Wessen ist das?“ „Ist das deines oder das von jemand oder etwas anderem?“ Diese Frage bringt für viele erst mal Erstaunen und eine gewisse Ratlosigkeit. Denn meist kommt, nach einem Moment des Lauschens, noch ein: „Ist es leicht oder schwer?“ Ist es nun aber leicht wenn es deines ist oder ist es leicht, wenn es gar nicht zu dir gehört? Welche Erkenntnis ist denn nun dadurch gewonnen?


Wie ihr im Foundation Handbuch und in einigen Büchern vielleicht schon gelesen habt, behauptet Gary Douglas, dass ca 98 % aller Gedanken, Gefühlen und Emotionen in uns, gar nicht unsere sind. Häh??


Wie geht das denn?

Ich erkläre es immer ganz gerne mit einem Beispiel, das uns allen sehr vertraut ist:

Wurde dir als Kind gesagt, dass wir mit den Augen sehen, mit den Ohren hören, mit der Nase riechen, mit dem Mund schmecken?

Seit mehreren Jahren weißt du vermutlich, dass das nicht so ganz stimmt. Was wir schmecken, riechen wir eigentlich.

Und konntest du dir schon mal so sehr die Ohren zuhalten, dass du tatsächlich nichts mehr gehört hast? Nein? Weil es nicht möglich ist! Schon vor Jahrzehnten hat Alfred A. Tomatis eine Therapiemethode entwickelt, bei der Klänge über die Knochenleitung eingespielt werden, um Menschen zu ermöglichen, verschiedene Frequenzen wieder über die Ohren wahrzunehmen.

Manche Menschen spüren auch ganz deutlich einen intensiven Bass in ihrem gesamten Körper, wenn sie vor einem Lautsprecher oder einer Trommel stehen. Man kann sogar über die Haut hören, was sich verschiedene teure Sprachlernmethoden zu nutzen machen, bei denen man sich bestimmte Kopfhörer über Nacht auf die Haut klebt, um Wörter und Grammatik einer neuen Sprache zu erlernen.


Wo oder wie nimmst du denn Geräusche wahr?


Wo hörst du etwas?


In den Ohren? Irgendwo im Raum dazwischen? Im Gehirn? Irgendwo anders im Körper? Ich bin nur selten jemandem begegnet, der oder die das ganz spontan sagen konnte. Aber wir alle wissen, dass wir hören, wenn wir etwas hören. Und dass dieses Hören irgendwo in uns drin geschieht. Wir haben in uns drinnen eine Wahrnehmung. Und manchmal löst diese Wahrnehmung etwas in uns aus.


Wenn du dir erlaubst einen Moment auf die Geräusche um dich herum zu achten, was hörst du?

Je nach dem wo du dich gerade befindest, hörst du vielleicht das Rauschen einer Heizung oder Klimaanlage, das Ticken einer Uhr? Oder den Wind, der durch Bäume streicht, Stimmen anderer Leute, Kinderlachen? Verkehrsgeräusche?

Falls es völlig still um dich herum ist, kannst du dich daran erinnern, dass du irgendwo warst und Verkehrsgeräusche wahrgenommen hast?

Wenn du nicht sehen kannst, welche Fahrzeuge gerade vorbeifahren, weißt du dann trotzdem, ob ein Geräusch von einem Fahrrad, einem Auto, einem Bus, einem LKW, einem Transporter oder einem Motorrad stammt? Wenn du dich sehr gut mit Motoren auskennst, vermagst du vielleicht sogar zu sagen, wieviele Zylinder und PS das vorbeifahrende Gefährt hat. Selbst wenn du in Innenräumen bist, kannst du anhand der Reifengeräusche sagen, ob die Straße nass ist oder nicht.


Wie kommt das?

Vermutlich hast du es seit deiner Kindheit unzählige Male geübt! Es diente unter anderem deiner Sicherheit beim Überqueren einer Straße, um abzuschätzen, wie schnell sich ein Fahrzeug nähert.


Oder wenn du ein musikalisch ausgebildetes Gehör hast, dann nimmst du nicht nur wahr, dass irgendwo Musik spielt, sondern du kannst auch noch unterscheiden, welche Instrumente dafür verwendet wurden, sie zu erzeugen. Je nach Ausprägung deiner Kenntnis hörst du außerdem, dass vielleicht Saiten- oder Blasinstrumente verwendet wurden, und kannst auch noch genau sagen welche.


Zurück zum Hören.

Wenn wir Geräusche in uns wahrnehmen, können wir sie also meist zuordnen. An einem Tag, an dem wir keine langen Vorträge halten oder aus einem anderen Grund eben viel reden, könnten wir also annehmen, dass ca 97 % oder gar 99 % der Geräusche um uns herum nicht von uns stammen?

Wenn uns nun Geräusche stören, dann können wir weggehen, oder ein Fenster schließen oder das Radio ausschalten etc. Wir würden jedoch niemals auf die Idee kommen, dass wenn wir still sind, der vorbeifahrende LKW leiser wird, oder? Oder ein Hund in der Ferne aufhört zu bellen, ein Hahn nicht mehr kräht?


Wir hören ein Geräusch und auch wenn wir deren Quelle nicht sehen und nicht anfassen können, wissen wir doch aus unserer Erfahrung, das, was wir da irgendwo in uns wahrnehmen, sind nicht wir und es stammt auch nicht von uns.


Hast du schon einmal ein Baby gesehen, das mit ausgestrecktem Arm aufgeregt hin- und herwackelnd in eine Richtung deutet? Und alle umherstehenden Erwachsenen blicken verständnislos in dieselbe Richtung um dann lakonisch zu erklären „Da ist nichts!“

Ging es dir als Baby oder Kleinkind vielleicht ebenfalls so?

Jetzt stell dir mal vor, die Eltern oder Betreuungspersonen hätten gesagt „Och, das ist die Tante Emma, die hat keinen Körper mehr und sie kommt einfach ab und zu vorbei hier!“ oder „Ach, das ist das Gefühl von dem Mann, der da eben vorbei geht.“ oder „jaja, das ist der Gedanke dieser Frau dort drüben.“ Wäre dies Gang und Gebe, dann hättest du verschiedene Energieformen zuordnen gelernt, wie du heute unterscheiden kannst, ob eine Ziege meckert, ein Pferd wiehert oder eine Katze miaut.

Was, wenn wir Gedanken, Gefühle, Emotionen, Energien tatsächlich ebenso wahrnehmen, wie Geräusche, einfach irgendwo in unserem Inneren? Und was, wenn 97 oder 99 % all dieser Schwingungen genauso wenig von uns stammen wie sämtliche Geräusche, die wir so wahrnehmen? Da wir jedoch nie geübt haben, sie zuzuordnen, gingen wir bislang immer davon aus, dass sie unsere sind.


So und hier sind wir wieder bei dem „Zu wem gehört das?“


Haben wir die Art zu denken, unsere Meinung und Ansichten vielleicht schon in frühester Kindheit geradewegs von einer für uns wichtigen Person übernommen?

Gibt es die Möglichkeit, dass wir die Gedanken, Gefühle, Emotionen der Personen, Tiere, Pflanzen um uns herum wahrnehmen?


Hier ist nun der Geheimtipp von Gary und Dain:

Einfach nur drei Tage lang, frage dich bei jeder Emotion, jedem Gefühl und jedem Gedanken, die in dir aufpoppen „Zu wem gehört das?“ Es geht dabei gar nicht darum, eine Antwort zu bekommen! Zweck der Übung ist es, innezuhalten, dich wahrzunehmen, zu einer Erkenntnis zu gelangen und etwas bewusst zu machen, wo du vorher auf Autopilot geschaltet und in Automatismen gefangen warst. Vermutlich hast du es nach fünf Minuten bereits vergessen, diese Frage zu stellen. Sobald du dich wieder daran erinnerst, mach einfach weiter, dich zu fragen. Nach nur kurzer Zeit wird sich dein Gewahrsein exponentiell gesteigert haben und es ist ganz einfach für dich, zu bemerken, ob etwas, was ganz selten der Fall ist, tatsächlich deines ist, oder ob es von wo anders stammt und du es einfach als deines abgekauft hast.

Wenn es deines ist, kannst du es einfach von deiner Festplatte löschen. Du hast es kreiert, also kannst du es auch ganz leicht zerstören und unkreieren.

Ist es nicht deines, dann kannst du es einfach zurückschicken an alle Absender. Und etwas, das vorher heftig und intensiv war, löst sich auf wie Nebe in der Morgensonne.

Wie viel mehr Leichtigkeit, unabhängiges Wohlgefühl und Freude kannst du dann in deinem Leben haben?

Ich freue mich über ein Feedback, wie es dir dabei ging, mit diesem Werkzeug zu spielen.

Hab einen wunderschönen Tag! Falls du gerne mehr Werkzeuge aus Foundation, dem Grundlagenkurs von Access Consciousness kennen lernen möchtest, dann komm gerne zum nächsten Kurs https://www.praxis-heiderose-scheerer.de/kurstermine. Ich freue mich auf dich!

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